Der Obus- und Duo-Bus-Betrieb in Esslingen am Neckar

private Webseite        

 

Informationen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frank-Uwe Betz (GAL Schwetzingen)

IRÖ                         

Institut für                             

Regional-Ökonomie             

 

GAL

Grün-Alternative-Liste Schwetzingen

 

Neu: Nahverkehr unter Strom

Studie über "Touristenbahn" und Obus-Netz im Rhein-Neckar-Dreieck

 

¨ Das Institut für Regional-Ökonomie Eppelheim und die Grün-Alternative Liste Schwetzingen haben gemeinsam ein innovatives Verkehrskonzept für das Rhein-Neckar-Dreieck entwickelt. Die Studie "Nahverkehr unter Strom" legt eine tragfähige Alternative zur herkömmlichen, auf motorisierten Individualverkehr und LKW-Güterverkehr orientierten Verkehrspolitik dar.

¨ Im Zentrum der Studie steht die Verlängerung der Heidelberger Straßenbahnlinie von Eppelheim über Schwetzingen bis Speyer. Diese "Touristenbahn" soll auch die Schlösser in Heidelberg und Schwetzingen und den Speyrer Dom mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbinden. Die zweite Heidelberger Straßenbahnlinie soll über Rohrbach und Leimen nach Wiesloch/Walldorf weiterführen.

¨ Ein dichtes Netz von sechs Oberleitungsbuslinien soll die Orte im Rhein-Neckar-Dreieck, zwischen Mannheim/Rheinau, Heidelberg, Schwetzingen, Wiesloch, Walldorf und Speyer, untereinander verbinden. Oberleitungsbusse (Obus, Trolleybus) sind elektrisch betriebene Straßenfahrzeuge, die mit Strom von einer Oberleitung gespeist werden. Dazu sind gewöhnliche Straßen zu "elektrifizieren", d.h. mit Fahrleitungen auszustatten. Obusse verkehren in Deutschland derzeit in Esslingen, Solingen und Eberswalde, in anderen Ländern verstärkt.

¨ Das in der Studie vorgestellte Straßenbahn- und Obus-Netz erschließt in den Städten und Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises die wesentlichen Ziele des Pendler-, Schüler- und Einkaufsverkehrs, macht aber auch die regionalen Ziele des touristischen, des Freizeit- und Naherholungsverkehrs öffentlich erreichbar und ermöglicht "Mobilität für alle". Straßenbahnen und Obusse sind auch für den Güterverkehr verwendbar. "Nahverkehr unter Strom" entwirft beispielhaft ein nicht nur für den hiesigen Raum gültiges Modell für den Nahverkehr.

¨ Straßenbahnen und Obusse sind aus ökologischer Sicht praktisch unschlagbar: Sie sind die mit Abstand umweltfreundlichsten Verkehrsmittel, beanspruchen wenig Platz, schonen die Ressourcen, sind am Fahrzeug emissionsfrei und verursachen wenig Lärm. Die Bilanz ihrer klima- und ozonrelevanten Kohlendioxid- und Stickoxid-Emissionen fällt bei weitem günstiger aus als bei Autos. Die "Touribahn" könnte als Solarbahn mit regenerativer Energie betrieben werden. Für die regionalen Agenda 21-Projekte könnte die Studie wichtige verkehrs-, umwelt- und sozialpolitische Anregungen geben.

¨ Wie die Rhein-Neckar-Zeitung schrieb, geht die Studie "weit über alles bisher angedachte hinaus"... Wir hoffen, damit auch eine neue Diskussion über die Mobilität im hiesigen Bereich anzuregen!

 

Bestellung der Studie Nahverkehr unter Strom. Touribahn und Obusnetz im Rhein-Neckar-Raum,

Autoren: Henrik Paulitz (Institut für Regional-Ökonomie, Eppelheim), Ralf Klefenz, Frank-Uwe Betz, Uwe Schlindwein (Grün-Alternative Liste Schwetzingen), ~100 Seiten, 48,- DM inkl. Versand, per Brief oder Fax bitte senden an: GAL - c/o Ralf Klefenz, Karlsruher Str. 45, 68723 Schwetzingen, Tel. 06202/ 17728, Fax 06202/923722, GAL-Konto: Nr. 2500 64 61, Sparkasse Heidelberg, BLZ 672 500 20 oder Institut für Regional-Ökonomie, Hauptstr. 72, 69214 Eppelheim bei Heidelberg, Tel/Fax 06221/758877

Institut für Regional- Grün-Alternative Liste (GAL) Rosa Grünstein MdL (SPD)

Ökonomie, Eppelheim Schwetzingen Neulußheim

 


 

Presseinformation

Eppelheim/Schwetzingen/Neulußheim, 07.03.00

Nahverkehr unter Strom

Grünstein testete Oberleitungsbusse in Esslingen

Zukunftsweisendes Verkehrssystem für das Rhein-Neckar-Dreieck

Die Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein (SPD) aus Neulußheim folgte am vergangenen Freitag gemeinsam mit Vertretern des Eppelheimer Instituts für Regional-Ökonomie (IRÖ), der GAL Schwetzingen, des BUND Rhein-Neckar und der GL Plankstadt einer Einladung der Esslinger Verkehrsbetriebe, um das dortige OBUS-System zu besichtigen und den Einsatz von Oberleitungsbussen am praktischen Beispiel kennenzulernen. Die SPD-Politikerin nutzte die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild von dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel zu machen, welches vom IRÖ und der GAL vor einigen Monaten mit der Studie "Nahverkehr unter Strom" für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr im Rhein-Neckar-Dreieck vorgeschlagen wurde. "Eine Fahrt mit einem Obus bietet den Fahrkomfort einer Straßenbahn. Das ist kein Vergleich mit einem lauten und unruhig fahrenden Dieselbus", so der Eindruck von Grünstein nach der rund zweistündigen Sonderfahrt durch Esslingen. Der Esslinger Finanzbürgermeister, Schiebel, und der Chef der Verkehrsbetriebe, Veith, waren sehr erfreut über das Interesse am Obus und sicherten Unterstützung bei weiteren Überlegungen und Aktivitäten zu.

Der Oberleitungsbus (Obus, Trolleybus), der wie ein ganz normaler Dieselbus aussieht, seine Antriebsenergie aber wie eine Straßenbahn von einer Fahrleitung bezieht, ist extrem geräuscharm, verursacht am Fahrzeug keinerlei Schadstoffemissionen und zählt unter Berücksichtigung der Stromerzeugung in Kraftwerken neben elektrischen Bahnen zu den mit Abstand umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln. Wie die Besucher in Esslingen erfuhren, stellt die griechische Hauptstadt Athen aus diesen Gründen den Nahverkehr bis 2004 mit 112 Fahrzeugen vollständig auf Obusbetrieb um. In der verkehrspolitisch fortschrittlichen Schweiz ist der Obus weit verbreitet und in Südamerika ist er stark im Vormarsch.

Der Bau der Fahrleitungen für ein Obusnetz ist zwar nicht ganz billig und die Fahrzeuge sind noch etwas teurer als Dieselbusse. Aber die Esslinger machten deutlich, daß die Konkurrenz unter den Anbietern wegen der steigenden Nachfrage auf dem Weltmarkt zunimmt. Mit Neoplan, MAN und Evobus (Daimler-Chrysler) sind allein drei deutsche Fahrzeughersteller am Obus-Geschäft beteiligt. Zudem verwiesen die Esslinger Verkehrsbetriebe darauf, daß die Instandhaltungskosten für Obusse bei nur rund 60 Pfennig pro Kilometer liegen, während sie sich beim Dieselbus auf 1 DM belaufen. Und der Fahrstrom für den Obus ist für 0,30 DM zu bekommen (Tendenz: fallend), während Dieselkraftstoff mit 0,50 DM zu Buche schlägt (Tendenz: steigend).

In Esslingen wurde auch darüber diskutiert, auf welche Weise zum Aufbau eines zukunftsweisenden Straßenbahn- und Obusnetzes im dicht besiedelten Rhein-Neckar-Dreieck beigetragen werden könnte. So wäre das Konzept "Nahverkehr unter Strom – Touribahn und Obus-Netz im Rhein-Neckar-Dreieck" durchaus als Pilotprojekt zu verstehen, das öffentlich gefördert werden könnte. Die anwesenden Obus-Experten, darunter die Verantwortlichen der Esslinger Verkehrsbetriebe, unterstützten diese Überlegungen und konnten dabei mit Recht auf das von ihnen aufgebaute und betriebene, attraktive und ökologische Obus-System verweisen. "Das Nahverkehrskonzept ist für unsere Überlegungen für den Rhein-Neckar-Raum wie zugeschnitten", war das gemeinsame Fazit in Esslingen. Rosa Grünstein, die GAL Schwetzingen und das Institut für Regional-Ökonomie wollen sich jetzt mit Politikern und Verkehrsbetrieben der Region zusammensetzen und versuchen, diese für weitere Schritte zur Realisierung des Konzepts zu gewinnen.

 

Rückfragen: Henrik Paulitz (IRÖ), Tel. 06221-75 88 77

Ralf Klefenz (GAL), Tel. 06202-17728

Rosa Grünstein MdL (SPD), 06205-38324 oder 0711-2063-784

Die Studie "Nahverkehr unter Strom" erhalten Sie bei der GAL Schwetzingen, c/o Ralf Klefenz, Karlsruher Str. 45, 68723 Schwetzingen, Tel. 06202-17728, Fax 06202-923722.


 

Radio aus Bruchsal, 13.3.2000

Sendungsabschrift

Sie fahren in Esslingen schon seit 1944, es gibt sie außerdem in Athen, Norditalien und in Südamerika. Die Rede ist von Oberleitungsbussen. Die sogenannten Oberleitungsbusse fahren mit Strom und sind vielseitig einsetzbar, aber hierzulande sind sie fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Wenn es nach den Wünschen der Grün-Alternativen Liste Schwetzingen ginge, kämen die Oberleitungsbusse bald wieder im Rhein-Neckar-Kreis zum Einsatz. Gemeinsam mit dem Institut für Regional-Ökonomie hat die Grün-Alternative Liste Schwetzingen ein völlig neues Nahverkehrskonzept vorgelegt. Karl Hoffmann berichtet.

"Nahverkehr unter Strom", so lautet der Titel der vorgelegten Studie, und eine zentrale Rolle in diesem neuartigen Konzept für den Nahverkehr im Rhein-Neckar-Kreis soll den Oberleitungsbussen zukommen. Sie sollen nach den Plänen auch die Ortschaften miteinander verbinden, die bisher nur schlecht mit Bussen erreichbar sind. Sechs neue Obuslinien sollen dafür im Rhein-Neckar-Kreis eingerichtet werden. Frank-Uwe Betz von der Grün-Alternativen Liste Schwetzingen bescheinigt den Oberleitungsbussen besonders gute Umweltverträglichkeit:

-Wir denken, dass diese Verkehrsmittel geeignet wären, insbesondere die Umwelt im hiesigen Raum zu schonen, denn diese Verkehrsmittel, gerade die Obusse, benötigen wenig Platz, sie verursachen keinen Lärm, sie sind abgasfrei, und uns erscheint es insoweit erforderlich, ein solches Konzept zu realisieren.

Letzte Woche war eine Delegation aus Schwetzingen auf Besuch in Esslingen. Dort sind Oberleitungsbusse schon lang gang und gäbe. Zwei Stunden lang fuhren die Verkehrsexperten zur Probe kreuz und quer durch Esslingen. Die Akzeptanz bei der Bevölkerung und die guten Fahreigenschaften der Obusse haben die Verkehrsplaner überzeugt:

-Die Obusse werden offensichtlich sehr gut angenommen. Sie sind im Komfort sehr bequem, es ist überhaupt kein Vergleich zu den herkömmlichen Dieselbussen. Sie bieten insbesondere auch die Möglichkeit, in den Orten enge Kurven zu fahren, große Steigungen zu überwinden, und das alles, wie gesagt, in sehr bequemer Form.

Das Verkehrskonzept "Nahverkehr unter Strom" überzeugt vor allem durch seine Vollständigkeit. Zu den geplanten Obuslinien ist auch ein Ausbau von zwei Straßenbahnlinien geplant. Aber für diese hochfliegenden Pläne müssen erst einmal Freunde und Förderer gefunden werden:

-Wir sind schon dabei, auf Verkehrsunternehmen ebenso zuzugehen wie auf Politiker im hiesigen Raum und bemühen uns, diese für das Konzept zu interessieren. Wir haben dabei auch erste Erfolge erreicht. So hat die Landtagsabgeordnete Grünstein aus Neulußheim sich sehr positiv zu unserem Konzept geäußert und war ja mit uns deshalb auch bereits in Esslingen.

Wie die neuen Obuslinien bezahlt werden sollen, ist noch unklar. Das ganze Konzept kostet ähnlich viel wie der geplante sechsspurige Ausbau der A 5 bei Heidelberg. Aber der Individualverkehr hat wahrscheinlich mehr Fürsprecher als der Öffentliche Nahverkehr.

Im Rhein-Neckar-Kreis sollen neue Buslinien eingerichtet werden, mit Oberleitungsbussen sollen Städte und Dörfer verbunden werden. Am Telefon ist jetzt Heinz Egermann von den Mannheimer Verkehrs- und Versorgungsbetrieben.

Guten Morgen, Herr Egermann.

-Schönen guten Morgen.

Herr Egermann, könnten Sie sich vorstellen, die üblichen, also die bisher üblichen Dieselbusse in Mannheim durch diese sogenannten Oberleitungsbusse zu ersetzen?

-Also, wir haben in Mannheim ein ganz klar strukturiertes System. Wir haben auf den Schwerpunktachsen Stadtbahnlinien eingesetzt, es sind sieben, die alle mitten in die Innenstadt zum Paradeplatz führen. Omnibusse erfüllen bei uns eine Funktion als Sammelfahrzeuge, die in den Randbezirken der Stadt die Leute einsammeln und dann zu den Stadtbahnhaltestellen bringen. Der Oberleitungsbus hat sicherlich seine Vorteile, allerdings hat er auch Nachteile, und zwar genau die gleichen Nachteile, die auch Omnibusse haben. Sie fahren im Individualverkehr und sind allen Störungen des Individualverkehrs, Stauungen usw., damit ausgesetzt. Wir...

...Aber wäre das denn nicht eine Alternative für die Zukunft, wenn man bedenkt, dass Oberleitungsbusse ja mit Strom fahren, leise sind, kaum Platz brauchen, wäre das nicht für die Zukunft dennoch eine Alternative?

-Nun, wieviel Platz ein Fahrzeug braucht, hängt von seiner Kapazität ab, d.h., wieviele Leute mitfahren können. Was den Antrieb angeht, gibt es durchaus Alternativen, beispielsweise in Mannheim setzen wir verstärkt mit Erdgas betriebene Omnibusse ein, die dem strombetriebenen Fahrzeug in nichts nachstehen, wenn man die Ökobilanz zieht. Trotzdem ist natürlich alles zu begrüßen, was den Öffentlichen Nahverkehr nach vorne bringt.

Bei Daimler-Benz in Mannheim könnten die Oberleitungsbusse theoretisch ja auch gebaut werden, da wären auch Wartung und Service direkt vor der Haustüre in Mannheim. Könnte das ein Argument für einen Einsatz von Oberleitungsbussen sein oder ist das überhaupt, steht das gar nicht zur Debatte in Mannheim?

-Oberleitungsbusse stehen in Mannheim zur Zeit nicht in der Diskussion. Wir haben, wie gesagt, ein System, und zwar nicht nur in Mannheim, sondern auch in den anderen Großstädten der Region, wo die Stadtbahnen den Hauptverkehr abdecken und die Omnibusse in den Außenbereichen fahren. Wenn man nun statt den erdgasbetriebenen oder dieselbetriebenen Omnibusse Obusse einsetzen möchte, so hat das sicherlich im einen oder anderen Anwendungsfall seine Vorteile, man muss allerdings bedenken, dass dazu hohe Investitionen erforderlich sind, nämlich für Oberleitungsmasten, Oberleitungen usw. und insofern ist dann zu überlegen, wenn man schon investiert, ob man nicht Stadtbahnstrecken baut, auf denen die Stadtbahnen dann unbeeinflusst vom Individualverkehr fahren können.

Ist denn der Nahverkehr in Mannheim ausgelastet, bzw., ist der Teilnehmer am Öffentlichen Nahverkehr denn zufrieden mit dem, was vorhanden ist?

-Wir haben unsere Fahrgastzahlen innerhalb der letzten zehn Jahre um 50 Prozent auf 63 Millionen steigern können, 200000 Menschen fahren jeden Werktag mit uns. Das zeigt, dass unser Angebot sehr gut angenommen wird. Es gibt sicherlich noch Defizite in der Region. Deshalb ist die MVV Verkehr AG ja auch so sehr dran interessiert, die S-Bahn Rhein-Neckar auf die Schienen zu bringen.

Also, die Oberleitungsbusse sind im Rhein-Neckar-Kreis kein Thema, es geht um ne grenzüberschreitende S-Bahn-Lösung, habe ich das richtig verstanden?

-Die S-Bahn-Lö, die S-Bahn wird die Städte der Region miteinander verbinden, und zwar auf beiden Rheinseiten und bis ins hessische Gebiet hinein. Sicherlich wird man dann von den Haltestellen der S-Bahn aus Angebote machen müssen, um die Fläche zu erschließen. Ich möchte nicht ausschließen, dass man dabei auch über Oberleitungsbusse diskutiert.

(Zum Thema) Oberleitungsbusse im Rhein-Neckar-Kreis war am Telefon Heinz Egermann von den Mannheimer Verkehrs- und Versorgungsbetrieben, vielen Dank für das Gespräch.

 

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