Der Obus- und Duo-Bus-Betrieb in Esslingen am Neckar

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Uerdingen-Henschel Obus 13

Typ Einsatzzeitraum Leistung Fahrgestell-Nummer
ÜH III s / BBC 1955 - 1980 90 kW 6900-29202

km-Leistung am 30.09.77:  1 094 264 km

 

Uerdingen-Henschel Obus 14

Typ Einsatzzeitraum Leistung Fahrgestell-Nummer
ÜH III s / BBC 1955 - 1980 90 kW 6913-31767

km-Leistung am 30.09.77:  1 104 292 km

 

Besonderheiten:

  • Obus 13 wurde Anfang 1955 und Obus 14 Ende 1955 in Dienst gestellt.
  • Elektrische Ausrüstung: BBC-Feinstufer FS10w mit Reihen- und Parallelschaltung der Wicklungssysteme des Doppelkommutatormotors (2-Hub-Steuerung).
  • Diese Obusse waren mit einem 1,8 kW Luftpresser-Motor und einer ZF-Rosslenkung ausgestattet. Die Isolationsprüfung wurde mit einem Kurbelinduktor über eine Prüfsteckdose vorgenommen.
  • Es waren die langlebigsten Vertreter dieses Typs in Esslingen. Nachdem sie Anfang und Mitte der 70er-Jahre noch regelmäßig verkehrten wurden sie bis 1979/80 nur noch gelegentlich eingesetzt. Sie standen bis zum Jahr 2000 auf dem Schrottplatz in Reichenbach an der Fils. Obus 13 dient seit Juli 2001 als Spielobjekt auf einem damals neu gestalteten Spielplatz in Esslingen St. Bernhardt (s. "Presse"). Obus 14 wurde am 04.05.2000 nach England überführt, zunächst um dort als Ersatzteillager und Ersatzteilspender für lauffähige ÜHIIIs-Obusse zu dienen. Als sich aber herausstellte, dass alle für eine Aufarbeitung notwendigen wichtigen Teile vorhanden sind, beschloss der Eigentümer, den Obus zu reaktivieren. Derzeit erfährt Obus 14 eine Aufarbeitung, die 2017 abgeschlossen sein soll.

 

Die Erinnerung an diese Wagen verblasst nicht. Durch ihren selten gewordenen Einsatz Ende der 70er-Jahre galten sie schon damals als Besonderheiten und als die "Methusalems" der Esslinger Obusflotte. Gelegentlich wurden zu meiner Freude beide ÜHIIIs in der Nachmittagsspitze eingesetzt. Obus 13 mit der himmelblauen Reklame sah man etwas häufiger auf Linie als Obus 14 mit der dunkelblauen Reklame, der nach meiner Erinnerung öfter mal ein Problemchen hatte. Ich erinnere mich auch an eine außerplanmäßige Fahrschulfahrt auf Linie mit Obus 14. Der Fahrlehrer, noch mit Uniform und Mütze bekleidet, drehte seinen Schemel neben dem Fahrer in eine dafür vorgesehene Aufnahme im Fußboden und gab dem Fahrer Anweisungen. Vermutlich gab es nur noch in Esslingen und vielleicht auch noch in Kaiserslautern zu dieser Zeit Schulungen auf ÜHIIIs. Selten wurde das Druckluft-Notbremsventil rechts vom Fahrersitz als Haltestellenbremse benutzt. Beim Öffnen entwich die Druckluft für mehrere Sekunden mit einem Höllenlärm. Als Fahrgast saß man auf dem ehemaligen Schaffnersitz hinten rechts über allen Mitfahrern thronend. Aber meist saß man sowieso vorne, um dem Fahrer zuzuschauen, wie er den geräuschvollen 2-Hub-Fahrschalter bediente. Das war im Gegensatz zu den einfacher bedienbaren Fahrschaltern der HS160OSL äußerst interessant. Und dann war da noch der Hauptschalter mit Überstromauslöser, dessen Betätigung direkt über dem Kopf des Fahrers angebracht war. Manch groß gewachsener Chauffeur konnte durch die federnde Bewegung des Sitzes nicht aufrecht sitzen, ohne sich den Kopf am Hebel anzuschlagen. Selbst durch den Geruch im Innenraum unterschieden sich diese Wagen von allen anderen damaligen Obussen... 

Der 13er bekam 1977 eine Generalüberholung mit neuem Anstrich, so dass er fortan ein besseres und glänzenderes Erscheinungsbild als Obus 14 hatte. Ich erinnere mich an einen Nachmittag, an dem der Obus 13 nach dem Waschen zum Trocknen in dem kleinen Hof an der hinteren Hallenausfahrt stand. Dieser war öffentlich zugänglich, da dort die Eingänge der angrenzenden Häuser waren. An den Stangen haftete kein bisschen Schmutz, sie waren lackiert, ohne Bandagen. Der Obus hätte damals schon als Museumswagen gelten können, so bildschön stand er da. Zweifelsohne war er das schönste Fahrzeug der Flotte. Leider interessierte sich die damalige Werkleitung nicht für den Erhalt eines historischen Oberleitungsbusses. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass diese beiden Obusse sogar sämtliche 1971 gebraucht übernommenen, jüngeren Fahrzeuge überdauerten.

Die folgenden ersten beiden Bilder wurden von Alexander Sreckovic am 22.06.1977 aufgenommen (zur vergrößerten Ansicht auf Bild klicken).

 

Die SVE-Obusse 13 und 33 mit END Tw 12 + Bw 36

 

Obus 13 und END Tw 11

 

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Der fabrikneue Obus 13 mit Anhänger 88 im Betriebshof (02/1955)              Foto: SVE

 

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Obus 13 mit Kässbohrer PA 5 an der Endstation Bhf. Obertürkheim (ca. 1960)   Slg. Kiebler

 

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Obus 13 am 15.06.1970 an der Endstation 'Bahnhof' der Linie 2 in der Eisenbahnstraße

 

Obus 13 in der Plochinger Str., Sommer 1971                                Foto: J. Ward

 

Obus 14 in der Schorndorfer Str., Sommer  1971                        Foto: J. Ward

 

Obus 13 am 20.03.1972 am Esslinger Bahnhofplatz

Mit freundlicher Genehmigung von Fritz Roth (†), Maintal. Bezug unter www.nahverkehrs-bildarchiv.de möglich.

 

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Obus 13 wendet am 30.09.1972 vor dem Hauptpostamt am Esslinger Bahnhof

 

Obus 14 am 30.03.1972 am Esslinger Bahnhofplatz

Mit freundlicher Genehmigung von Fritz Roth (†), Maintal. Bezug unter www.nahverkehrs-bildarchiv.de möglich.

 

Obus 14 am 20.07.1972 am Bhf. Esslingen  

Foto: Gert Aberson   © NTV, Arnheim

 

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Obus 14 ist am 30.09.1972 mit gespreizten Stromabnehmerstangen in der Depothalle abgestellt

 

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Obus 14 in der Neckarstraße (ca. 1976)

Foto: Walter Raible

 

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Obus 13 wendet am 13.09.1976 am Bahnhof Mettingen

 

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Obus 13 biegt am 13.09.1976 in die Mettinger Straße ein

 

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Obus 13 am 13.09.1976 an der Endstation Bahnhof Obertürkheim

 

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Obus 14 in den späten 70er-Jahren an der Endhaltestelle Lerchenäcker               Foto: Werner Rathgeb

 

Obus 14 und Obus 13 in der Depothalle, Juli 1979                                                         Foto: J. Ward

 

Obus 14          1978 in Mettingen (Schenkenbergstrasse)                                             Foto: T. Haug

 

 

Weitere Aufnahmen von den Obussen 13 und 14 unter "Der Schrottplatz in Reichenbach".

Obus 13 auf dem städtischen Bauhof in Zell

Obus 13 auf dem Spielplatz in Esslingen-St. Bernhardt

 

                                                

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