Der Obus- und Duo-Bus-Betrieb in Esslingen am Neckar

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Unterwerke und Speisebereiche (aktueller Stand)

 

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Inbetriebnahme der Unterwerke:

 

Oberesslingen 3/1984
Zollbergstr. 8/1990
Achalmstr. 8/1990
Mettingen 4/1991
Vogelsangbrücke 2/1993

 

Technische Daten:

 
Trafo-Leistung: 880 kVA
Speisespannung: 600 V (750 V)
Primärspannung: 10 kV
Gleichrichter: 6-Puls-Brücke
Netzart: Gleichstromseite ungeerdet (IT-Netz)
linker Fahrdraht in Fahrtrichtung ist "Plus"

 

frühere zentrale Gleichrichterstation:

Schelztor 7/1944 - 2/1993 1020 kVA / 680 V
  ab 1978 mit Siliziumgleichrichter der END (1964)
ursprünglich rechter Fahrdraht in Fahrtrichtung ("Minus") geerdet

Sämtliche Speiseabschnitte werden in nächster Nähe zum Unterwerk mit Spannung versorgt. Zusätzliche Einspeisungen mittels Erdkabel in einiger Entfernung vom jeweiligen Unterwerk sind in Esslingen nicht vorhanden. Spannungsabfälle werden durch regelmäßig angeordnete Querkopplungen (Verbindungskabel) der Fahrdrahtpaare gering gehalten.

 

ehemaliges Unterwerk Schelztor 

In Betrieb von 1944 - 1993, im Januar 2001 wurde der 

Anbau des ehemaligen Schelztorgymnasiums abgerissen

 

Das ehemalige Unterwerk Schelztor war von 1944 bis 1993 in Betrieb. Bis 1984 war es die zentrale Speisestelle im Netz. Das Unterwerk verfügte zur Erhöhung der Betriebssicherheit über einen Reservegleichrichter, sowie über die Möglichkeit, die primärseitige Spannung wahlweise aus zwei verschiedenen Mittelspannungsnetzen zu beziehen. 

Direkt angrenzend war der Schulhof des Schelztorgymnasiums, auf dem sich der Verfasser ab 1977 auch befand. Er erinnert sich noch gut daran, als Werkmeister Karl Hettich einmal zur Pausenzeit in den Betriebsräumen war, und einen von uns neugierigen Sechstklässler "hereingucken" ließ.

Eine weitere Besonderheit ergab sich am Obertürkheimer Bahnhof, wo sich bis 1987 die SSB-Straßenbahn-Oberleitung mit der Obusfahrleitung kreuzte. Die Obusfahrleitung wurde vor und hinter den Kreuzungen mittels Streckentrennern isoliert und an der vom Obus zuerst befahrenen Kreuzung mit dem Straßenbahn-Fahrdraht bzw. dem Schienenpotential verbunden, also von der SSB gespeist. Der Grund für diese Maßnahme lag in einer erhöhten Betriebssicherheit beim Befahren der Kreuzung. Mechanische Querverbindungen an beiden Kreuzungen sorgten für den beim Befahren notwendigen Höhenausgleich beider Systeme. 1987 wurde im Zuge der Ortskernsanierung die Wendeschleife vom Obus neu erstellt, die Endhaltestelle wurde fortan im Uhrzeigersinn befahren und befindet sich seitdem gegenüber dem Bahnhof am Postgebäude. Die Fahrleitungskreuzungen entfielen dadurch. Seit September 1994 fährt in Obertürkheim keine Straßenbahn mehr. 

 

Von 1944 bis 1987 kreuzte die Obusfahrleitung den Straßenbahnhfahrdraht am Bahnhof Obertürkheim    Foto: Ralf Maggi (1984)

 

Mit Anschaffung der leistungsfähigeren Duo-Busse mit Gleichstromsteller (180 kW) reichte die Energieversorgung dieser Gleichrichterstation (1020 kVA / 680 V) nicht mehr aus. Deshalb wurde in Oberesslingen (Plochinger-/Schorndorfer Str.) eine zusätzliche Gleichrichterstation erbaut, die den Bussen eine problemlose Befahrung der Steigungsstrecke nach Lerchenäcker ermöglichte.

1990 kamen durch die Elektrifizierung der Linien 118, 119 und 120 zwei Unterwerke hinzu. Das Unterwerk Achalmstraße und die zugehörige Einspeisung wurden zudem für eine mögliche Verlängerung der Fahrleitung nach Nellingen (1,5 km) ausgelegt. Zu diesem Zweck müsste lediglich noch ein Trenner eingebaut werden.

Als durch die Beschaffung der O 405 GTD Duo-Busse 317-323 Ende 1990 endlich nach Jahren wieder vollelektrischer Betrieb auf der Linie 101 möglich wurde, zeigte sich durch häufige Abschaltungen und zu geringe Speisespannungen in Mettingen und Obertürkheim, dass die Versorgungsleistung erneut verstärkt werden musste.

Nachdem ein geeignetes Gelände gefunden war, folgte daraufhin im April 1991 die Inbetriebnahme des Mettinger Unterwerkes (Mettinger Str., in Höhe der Weiche, hinter dem Bahndamm). Ab diesem Zeitpunkt speiste das Unterwerk Schelztor nur noch einseitig in Richtung Stadtmitte.

1993 löste das neue Unterwerk Vogelsangbrücke das betagte Unterwerk Schelztor ab, dem die Neckarwerke in den 70er-Jahren wegen der veralteten Technik (Quecksilberdampfgleichrichter bis 1978, später noch als Reservegleichrichter vorhanden) öfters die Abschaltung androhten. Die Gleichrichterstation Vogelsang befindet sich in einem Betriebsraum in der Rampe der Brücke.

1995 wurden die Unterwerke mit einer Fernwirkung (Möglichkeit der Abschaltung vom Betriebshof aus) ausgestattet. Bevor dies realisiert wurde, rückte in Notfällen der Werkleiter höchstpersönlich mit Dienst-Mercedes und Blaulicht aus, um an Ort und Stelle abzusichern.

2003 wurde das Netzleitsystem grundlegend modernisiert und erweitert.

 

Überspannungsableiter (Varistoren) zum Schutz der Unterwerke vor Überspannungen durch Blitzeinschlag

 

Die seit 1990 in Betrieb genommenen Unterwerke sind für eine Änderung der Sekundärspannung auf 750 V vorbereitet. Dies hätte jedoch zu Problemen beim früher durchgeführten Betrieb des Museums-Obusses 22 geführt. Eine Anhebung der Fahrdrahtspannung ist bislang nicht beabsichtigt und durch die mittlerweile vorgenommene Einstellung des Duo-Bus-Betriebes auf der Zollbergstrecke wohl auch nicht mehr von großem Vorteil.

Als Streckentrenner zur Isolation der Speiseabschnitte gegeneinander dienten bis in die 80er-Jahre die sogenannten "Holztrenner" (rechteckig zugeschnittenes Holz als Isolator). Die bei Fahrleitungsrevisionen und -umbauten neu eingefügten Trenner sind von leichterer Bauart und nutzen Kunststoff als Isolationsmaterial. Ab 1999 kam eine weitere Variante hinzu: insgesamt drei konventionelle Streckentrenner wurden durch 'mit Strom' befahrbare Diodentrenner ersetzt. Zwei davon befinden sich entlang der Zollbergstraße, einer vor der Ampel an der Kreuzung Plochinger-/Schorndorfer Str.

2013 wurden im Rahmen einer baustellenbedingten Neuerrichtung der Fahrleitung an der Kreuzung Neckarstraße/Kanalstraße beidseitig Diodentrenner verbaut.

 

Diodentrenner Zollbergstraße (vor der Abzweigung in die Eichendorffstraße)
zusätzliche, über Dioden gespeiste Kontaktflächen, ermöglichen ein

Durchfahren ohne Fahrstromunterbrechung

 

 

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